Heute, durch aus früher als erwartet, aber einige Wochen später fing es tatsächlich an einem Samstag an zu schneien und zu graupeln.

An solchen Tagen, an denen selbst die Vögel bibbernd um sich blicken, fängt unsere zugige Mauseburg an (zugiger zu sein? das sowieso) zu schrumpfen. Alle Mauslkinder versuchen auf engstem Raum zu spielen und lösen natürlich ein paar Brülllawinen aus wenn es mit dem Teilen mal nicht so klappte…

Nach einer Brülllawine kam ich dann auf eine glorreiche, nein, eine waghalsige Idee und fuhr mit Mausl1 (3 1/2 Jahre) und Mausl2.1 und Mausl2.2 (je 1 1/2 Jahre) in einen naheliegenden, weiter entfernten, für ein nickerchen ausreichenden Indoorspielplatz. Die Fahrt ist ganz angenehm, zu 90% nur gerade aus und die Kinder können sich nicht um etwas streiten weil jeder an seinen Sitz fest angeschnallt ist.

Dort angekommen suchten wir nach bezahltem Eintritt (1€ mehr für jeden als das Jahr zuvor) uns ein Plätzchen und zogen unsere Wintersachen erst mal aus.

Mausl1 erklärte ich, dass falls wir uns verlieren sollten uns genau hier wieder treffen.

Doch Mausl1 hatte einen leicht glasigen Blick drauf, als ich ihn fragte, ob er alles verstanden hatte, woraufhin brav er nickte, beobachtete jedoch weiter gebannt das Treiben der anderen Mausekinder.

Mausl2.1/2.2 bugsierte ich in eine eingeschränkte Kleinmausabbteilung und hoffte somit ihren Erkundungstrieb einzugrenzen. Als Mauslmama von drei kleinen versuche ich mir besondere Eigenschaften anzueignen.

Als ich gerade beim dreifachschielen war, stürmte Mausl1 auf eine Tür und rief: „Mama, was ist das?“ und hatte ‚zack‘ schon den Alarm für den Notausgang von der Notausgangstür ausgelöst.

Der unaufdringliche Mausekinderlärm konnte auch nicht von einem Alarm übertönt werden und ging Mausegott sei Dank dezent darin unter. Nichts desto trotz ging ich schnell zu einer Essenstheke und erzählte einer Angestellten von dem ausgelösten Alarm (Der weiter 15 Min vor sich hin tönte bis er ausgeschaltet wurde und dort sicherlich nicht das erste Mal war).

Nach dieser Aktion konnte ich Mausl2.1 und Mausl2.2 erstmals wieder einsammeln und ging mit ihnen in die nächste Minimausabteilung.

Mausl1 bemerkte dann dass er plötzlich dringenst aufs Klo musste. Ich zeigte ihm wo das Männerklo ist und schickte ihn dort hinein (ja, ich weiß dass das falsch war! aber beim 3-fach Schielen versagt das 3-fach Denken!). Kurz darauf stand Mausl1 wieder da und meinte die Toiletten wären alle zu groß für ihn. Ach was, meinte ich, so wusste ich doch, dass der Spielplatz WC’s für kleine Kinder hat und ging kurz entschlossen, nur um Mausl1 das kleinere Klo zu zeigen um da nach schnell wieder zu Mausl2.1/2.2 zu stürtzen, man liest, ich war im Streß, 3-fach Schielen funktioniert durch Wände nicht!, mit Mausl1 im Schlepptau auf das Männerklo.

Ach! Du! Kacke!  Mausegott sei Dank standen die Mausemänner mit dem Rücken zu mir! Kehrtwende Marsch wurde eingeleitet und ich stürtzte hoffentlich ungesehen, getarnt und unerkannt vom MännerWC zum FrauenWC und zeigte dort Mausl1 die kleine Toilette und hetzte zurück zu Mausl2.1 und Mausl2.2 die sich, juhu, noch an Ort und Stelle befanden.

Die daraufhin folgende Zeit wurde ruhiger. Mausl2.1 lief grundsätzlich in die andere Richtung wie Mausl2.2  oder umgekehrt und Mausl1 versuchte nur ab und zu ohne Mäusemoneten sich ein Eis zu kaufen.

Nach einer Verschnaufspause für mich, einem Zwischenimbiss für die Mäuschens, wurde weiter gespielt.

Irgendwann erklang eine verzerrte Durchsage. Der Anfang klang wie Mausl1 Namen aber alles andere ging unter wie eine Alarmanlage. Mein 3fach-Schielblick suchte schon seit einigen Minuten nach Mausl1 und konnte ihn nicht entdecken. Kurzum wurden Mausl2.1/2.2 in ihr Wägelchen verfrachtet, um auf die Suche zu gehen und fanden Mausl1 tatsächlich bei der Kasse. Er hatte sich verlaufen…

Nach insgesamt 2 1/2 Stunden beschloss ich, dass meine Mausls ihre Ziel erreicht hätten und ihre Mamamaus heute Nacht tief und traumlos schlafen würde und fuhr mit meinen geschafften Herzenstücke nach Hause…

…wo wieder glückseelig im trauten Heim fleißig weiter gestänkert wurde. Daheim ist es doch am schönsten!

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